Bei Rust erfüllen server.identity und server.cfg unterschiedliche Aufgaben: Die Identität bestimmt, in welchem internen Ordner der Server seine Daten ablegt. server.cfg enthält Einstellungen, die Rust beim Start aus dieser Identität lädt. Wenn derselbe Wert auch als Startargument gesetzt ist, hat laut Facepunch die passende Zeile in server.cfg Vorrang. Prüfe deshalb zuerst die aktive Identität, bevor du eine Datei bearbeitest. Facepunch: Creating a server
Identität, Startargumente und Konfiguration trennen
+server.identity "main" ist ein Beispiel für ein Startargument. main ist dabei ein Beispielname, kein öffentlicher Servername. Facepunch beschreibt die Identität als internen Namen, unter dem Rust einen Datenordner für die Serverdateien anlegt. So können mehrere Rust-Server aus derselben Installation eigene Datenordner verwenden. Änderst du die Identität, zeigt der Start auf eine andere Datenablage. Die gestartete Instanz lädt dann diese andere Ablage und kann deshalb ohne die bisherige Welt oder Konfiguration starten. Sichere den bisherigen Stand und bestätige die aktive Identität, bevor du sie änderst.
Startargumente beginnen bei vielen Rust-Parametern mit +, zum Beispiel +server.seed oder +server.worldsize. Sie stehen in der Startzeile oder in der Konfiguration des jeweiligen Verwaltungswerkzeugs. server.cfg liegt laut Facepunch unter rust/server/<server.identity>/cfg/server.cfg. In der Datei schreibst du die Convar ohne das + davor, zum Beispiel:
server.hostname "Beispielserver"
server.description "Konfiguration zum Prüfen"
Die Einträge werden beim Start eingelesen. Facepunch dokumentiert, dass die Werte aus server.cfg gegenüber den gleichen Startparametern Vorrang haben. Das erklärt, warum eine Änderung an der Startzeile scheinbar nichts bewirken kann: Für dieselbe Einstellung kann noch ein Wert in der geladenen Datei stehen. Ports und Einstellungen für die Fernverwaltung gehören laut Wiki typischerweise in die Startparameter. Zugangsdaten wie ein RCON-Passwort gehören nie in öffentliche Screenshots, Logs oder Supporttexte. Facepunch: Starting the server and server.cfg
Eine Einstellung sicher ändern
- Öffne die aktuelle Startkonfiguration und notiere den Wert von
server.identity. Verlasse dich nicht auf einen ähnlichen Anzeigenamen. Wenn das Panel die Startzeile erzeugt, verwende seine angezeigte Konfiguration und die dokumentierten Dateipfade. - Stoppe den Server sauber und warte, bis der Prozess beendet ist. Sichere die aktive Identität einschliesslich
cfgund der Weltdateien. Prüfe die Sicherung und teste eine Kopie separat, bevor du Änderungen an der Live-Instanz übernimmst. Eine sichere Anleitung zum Probelauf findest du unter Gameserver-Backup mit einer Testwiederherstellung prüfen. - Öffne nur die
server.cfgunter der aktiven Identität. Ändere eine Einstellung und belasse alle anderen Zeilen unverändert. Nutze dieselbe Schreibweise wie im Facepunch-Beispiel: Name, Leerzeichen, Wert; ohne+. - Prüfe, ob derselbe Wert zusätzlich in den Startargumenten gesetzt ist. Wenn der Wert in der geladenen
server.cfgsteht, gilt er gegenüber dem Startargument. Soll stattdessen der Startparameter massgeblich sein, entferne nur den gleichen Eintrag ausserver.cfg; ein geänderter Startwert übersteuert ihn nicht. Halte Zugangsdaten aus gemeinsam genutzten Ausgaben heraus. - Speichere die Datei und starte den Server neu. Facepunch beschreibt, dass Rust
server.cfgbeim Start liest. Kontrolliere die Startkonsole bis zur MeldungServer startup completeund prüfe dann den geänderten Wert über die passende Ingame- oder Serverlistenanzeige. Bleibt der alte Wert bestehen, kontrolliere zuerst die Identität, den geladenen Dateipfad und doppelte Einträge.
Was eine Identitätsänderung bewirkt
Verwende einen anderen server.identity-Namen nicht als Methode, um den Anzeigenamen zu ändern oder eine Welt zurückzusetzen. Der Server lädt damit eine andere Datenablage; Einstellungen und Welt aus der bisherigen Identität werden nicht in den neuen Ordner übernommen. Die gestartete Instanz kann deshalb ohne den erwarteten Weltstand oder mit anderen Einstellungen laufen. Ändere die Identität nur für eine bewusst getrennte Instanz und sichere vorher den bisherigen Stand.
Rust verwendet zusätzlich companion.id für die Verbindung mit Rust+. Diese Datei ist nicht dasselbe wie der Textwert server.identity. Facepunch weist darauf hin, dass companion.id bei Server und Sicherung bleiben soll und nicht zufällig gelöscht werden darf. Wenn du sie verlierst, kann Rust+ eine neue Identität erzeugen und Spieler müssen unter Umständen erneut koppeln. Facepunch: Rust+ Server
Häufige Ursachen, wenn eine Änderung nicht greift
- Falscher Ordner:
server.cfgliegt in einer anderen Identität als der laufende Server. Lies die tatsächlich verwendete Startzeile aus, bevor du weitere Dateien änderst. - Doppelter Wert: Der Wert steht sowohl in
server.cfgals auch in den Startargumenten. Nach Facepunch hat die geladene Datei Vorrang. - Änderung ohne Neustart: Die Datei wird beim Start gelesen. Speichern allein lädt sie nicht neu.
- Panel verwaltet die Startzeile: Die Facepunch-Anleitung beschreibt den direkten Serverstart. Ein Hosting-Panel kann eigene Felder und Abläufe haben. Prüfe dort die aktuelle Dokumentation, statt einen lokalen Beispielpfad auf einen fremden Dateibaum zu übertragen.
- Identität verwechselt: Ein neuer Ordner sieht wie ein frischer Server aus. Stoppe, prüfe die Sicherung und stelle bei Bedarf die vorherige Identität nach einem getesteten Verfahren wieder her.
Wenn du mit einer Einstellung einen Wipe planst, trenne Welt und Blaupausen ausdrücklich. Dazu gibt es den Beitrag Rust Map-Wipe und Blueprint-Wipe unterscheiden. Bei Unklarheiten zur aktuellen Verwaltungsoberfläche ist der sachliche nächste Schritt eine Anfrage an AeonHost; diese Anleitung bestätigt keine getestete Panel-Funktion.