Connection refused und ein Timeout beschreiben zwei verschiedene Ergebnisse beim Verbindungsaufbau. Bei einer sofortigen Ablehnung weist ein TCP-Endpunkt den Versuch zurück. Bei einem Timeout kommt innerhalb der Wartezeit keine erfolgreiche Antwort zurück. Beides beweist nicht allein, dass der Minecraft-Serverprozess gestoppt ist. Prüfe zuerst die vom Anbieter angegebene Adresse samt Port und teste danach genau diese TCP-Verbindung.
Diese Anleitung behandelt Minecraft: Java Edition und den TCP-Verbindungsweg. Wenn du Bedrock verwendest, prüfe zuerst die passende Edition und Serverart in Minecraft Java oder Bedrock: Welche Edition passt zu eurer Gruppe?; ein TCP-Porttest beantwortet nicht jede Bedrock-Verbindungsfrage.
Was die beiden Meldungen aussagen
Connection refused: Der Versuch wurde sofort zurückgewiesen, typischerweise durch ein TCP-Reset. Die TCP-Verbindung kam nicht zustande. Mögliche Ansatzpunkte sind eine falsche Adresse oder ein falscher Port, eine nicht zugeordnete öffentliche Verbindung oder ein Endpunkt, der momentan keine Verbindung annimmt. Aus dem Text allein kannst du nicht erkennen, an welcher Stelle die Ablehnung erfolgt ist. Der TCP-Standard beschreibt sowohl eine Ablehnung per Reset als auch weitere Gründe, weshalb ein Verbindungsaufbau scheitert (IETF RFC 9293).
Timeout: Der Client erhielt vor Ablauf seiner Wartezeit keine Antwort, mit der er die Verbindung aufbauen konnte. Das passt etwa zu einer falschen oder nicht erreichbaren Route, einem still verworfenen Verbindungsversuch oder einer nicht erreichbaren Adresse. Ein Timeout sagt nicht, ob der Server läuft oder ob ein Netzweg Pakete filtert.
Adresse und Port aus dem Kundenpanel übernehmen
Kopiere den Spielservernamen und den zugewiesenen Port aus der Serverübersicht des Anbieters. Verwende nicht automatisch 25565: Paper nennt diesen Wert als Standard für server-port, aber ein Hostinganbieter kann nach aussen eine andere Adresse oder Portzuordnung bereitstellen. Die lokale Bindung server-ip und server-port in server.properties zeigen nicht allein, welche öffentliche Adresse Spieler verwenden sollen (PaperMC: server.properties).
Vergleiche die Angaben Zeichen für Zeichen. Achte auf Zahlendreher, Leerzeichen, einen alten Hostnamen und auf einen zusätzlichen Port hinter dem Doppelpunkt. Bei einer eigenen Domain oder einem SRV-Eintrag verwende die genaue Verbindungsvorgabe des Anbieters; die Anleitung Minecraft-Domain mit SRV-Eintrag einrichten behandelt diese Zuordnung. Ändere keine Portnummer auf Verdacht.
Den TCP-Port gezielt testen
Wenn du Windows nutzt, öffne PowerShell und ersetze Beispieladresse und Port durch die Werte aus deiner Serverübersicht:
Test-NetConnection -ComputerName mc.example.net -Port 25565 -InformationLevel Detailed
Die Ausgabe TcpTestSucceeded : True bedeutet, dass der TCP-Verbindungsaufbau zu diesem Namen und Port in diesem Moment gelang. False oder ein Timeout bedeutet nur, dass dieser Test die Verbindung nicht aufgebaut hat. In der Detailausgabe zeigen RemoteAddress und NameResolutionResults, welche Adresse verwendet wurde und welche Adressen der Name geliefert hat. Falls dort sowohl IPv4- als auch IPv6-Adressen stehen, wiederhole den Befehl mit jeder einzelnen IP-Adresse als -ComputerName und demselben Port. So vergleichst du die TCP-Wege der beiden Adressfamilien. Das zeigt nicht, welche Adresse Minecraft bei seinem eigenen Beitrittsversuch auswählt; Clients mit IPv4 und IPv6 können eigene Verbindungsversuche über beide Familien machen (Microsoft Learn, IETF RFC 8305).
Auf macOS oder Linux kannst du, falls nc installiert ist, denselben TCP-Weg mit den Werten aus deiner Serverübersicht prüfen:
nc -vz mc.example.net 25565
Die OpenBSD-Variante unterstützt ausserdem getrennte IPv4- und IPv6-Tests:
nc -4 -vz mc.example.net 25565
nc -6 -vz mc.example.net 25565
Ersetze Beispieladresse und Port durch die Werte aus deiner Serverübersicht. Andere nc-Varianten können abweichen; prüfe bei Bedarf zuerst deren Hilfeausgabe (OpenBSD nc).
Ein erfolgreicher Porttest bestätigt nur den TCP-Aufbau. Er führt keinen Minecraft-Handshake aus und prüft weder die Spielversion noch die anschliessende Anmeldung. Wenn der Porttest gelingt, Minecraft aber weiterhin ablehnt, lies die genaue Client- oder Konsolenmeldung; bei Failed to verify username! geht es um die gesonderte Kontoprüfung.
Ergebnis richtig einordnen
- Sofortige Ablehnung: Kontrolliere Adresse, Port und die im Panel angezeigte Serverzuordnung. Zeigt das Panel den Server als laufend, bitte den Anbieter zu prüfen, ob die zugewiesene öffentliche Adresse tatsächlich auf den richtigen Spielserver und dessen Listener führt.
- Timeout: Wiederhole den Test einmal über ein zweites Gerät oder ein anderes vertrauenswürdiges Netzwerk. Funktioniert es dort, liegt der Unterschied wahrscheinlich auf dem ersten Netzwerkweg. Scheitert es auf beiden Wegen mit denselben korrekten Angaben, soll der Anbieter die öffentliche Zuordnung und Erreichbarkeit auf dem Serverweg untersuchen. Das ist eine Eingrenzung, kein Beweis für einen bestimmten Fehlerort.
- Porttest erfolgreich, Spielbeitritt weiterhin unmöglich: Prüfe die Edition, die Serverversion und die neue exakte Fehlermeldung. Falls der Serverprozess im Panel als gestoppt angezeigt wird oder die Konsole einen Startfehler meldet, hilft Minecraft-Server startet nicht: Logs und Fehler prüfen.
Lass Firewall und Virenschutz aktiviert; schalte sie nicht pauschal aus und öffne keine zufälligen Ports. Wenn du den Anbieter kontaktierst, sende den Zeitpunkt, die verwendete Adresse und den Port sowie das Ergebnis von einem oder zwei Netzwerken. Teile keine Zugangsdaten. Bei mehreren erfolglosen Tests von verschiedenen Netzwegen bitte um Prüfung der öffentlichen Portzuordnung und des Serverlisteners. Ein Logauszug ist nur nötig, wenn der Anbieter danach fragt; bereinige private Daten vor dem Versand.