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Gameserver-Speicherbelegung ohne Datenverlust prüfen

Wenn dein Gameserver knapp an sein Speicherlimit kommt, vergleiche zuerst die Anzeige des Panels, den freien Platz des Dateisystems und die belegte Grösse des Serverordners. Diese Werte beschreiben unterschiedliche Dinge. Eine grosse Dateiliste allein sagt weder, welche Speicherregel greift, noch welche Datei sicher entbehrlich ist. Ermittle den Umfang, bevor du Dateien veränderst oder entfernst.

Aktualisiert am 07.10.2026

Wenn dein Gameserver knapp an sein Speicherlimit kommt, vergleiche zuerst die Anzeige des Panels, den freien Platz des Dateisystems und die belegte Grösse des Serverordners. Diese Werte beschreiben unterschiedliche Dinge. Eine grosse Dateiliste allein sagt weder, welche Speicherregel greift, noch welche Datei sicher entbehrlich ist. Ermittle den Umfang, bevor du Dateien veränderst oder entfernst.

Panel-Limit, Dateisystem und Serverordner trennen

Das Panel-Limit ist die für deinen Server oder dein Konto ausgewiesene Grenze. Lies ab, ob das Panel einen Wert wie «belegt / verfügbar», eine Prozentzahl oder eine Dateianzahl zeigt. Prüfe in der Dokumentation des verwendeten Panels, welche Pfade und Daten diese Anzeige umfasst. Ohne diese Information lässt sich eine Abweichung zu einem Shell-Befehl nicht zuverlässig erklären.

Das Dateisystem ist der Speicherbereich, auf dem ein Pfad liegt. Auf einem Linux-Server zeigt df den Platz des Dateisystems, das den angegebenen Pfad enthält. Das ist nicht automatisch das persönliche Kontingent deines Servers: Ein Dateisystem kann auch andere Verzeichnisse enthalten. In einer Linux-Container-Shell können df und du nur die Mount-Ansicht des Prozesses auswerten; sie muss nicht der Ansicht des Host-Rechners entsprechen. Eine Anbieter- oder Panel-Quota weist du damit ebenfalls nicht nach. GNU Coreutils beschreibt df als Dateisystemanzeige für den übergebenen Pfad; Linux man-pages: mount_namespaces(7) erklärt die getrennten Mount-Ansichten.

Der Serverordner umfasst die Dateien unter einem bestimmten Verzeichnis, etwa Weltstände, Konfigurationen, Logs und Archive. du untersucht diesen Verzeichnisbaum. Es zeigt damit eine andere Ebene als df oder eine Panel-Quota.

Nur mit erlaubtem Shell-Zugriff messen

Führe die folgenden Befehle nur aus, wenn das Panel oder dein Anbieter Shell-Zugriff auf den eigenen Server ausdrücklich bereitstellt. Ersetze den Beispielpfad durch den dokumentierten Ordner deiner Instanz. Die Befehle lesen Dateisystemwerte und Dateien, verändern oder löschen aber keine Daten. du muss den Ordner durchsuchen und kann bei sehr vielen Dateien dauern.

cd "/pfad/zum/eigenen/server" &&
df -h . &&
du -h --max-depth=1 . &&
du -h --apparent-size --max-depth=1 .

Die &&-Verknüpfung stoppt den Befehlsblock, falls der Ordner nicht erreichbar ist. So misst du nicht versehentlich das zuvor geöffnete Verzeichnis. df -h . zeigt die Belegung des Dateisystems, auf dem dein aktueller Ordner liegt. Die erste du-Ausgabe zeigt die von GNU du ermittelte Dateisystembelegung des Ordners und seiner direkten Unterordner. Die zweite nutzt --apparent-size: Sie vergleicht die logische Dateigrösse mit dem vom Dateisystem belegten Platz. --max-depth ist eine GNU-Option; andere Betriebssysteme können eine andere Syntax haben. GNU erklärt ausserdem, dass symbolische Links standardmässig als Links gezählt werden und mehrfach verlinkte Dateien nur einmal in die Summe eingehen. GNU Coreutils: du · POSIX.1-2024: du.

Addiere nicht die Zeile für . und die darunter aufgeführten Verzeichnisse: Die Summe für . enthält diese Unterordner bereits. GNU du steigt standardmässig auch in Unterverzeichnisse auf anderen Dateisystemen hinab. Ein gemountetes Untervolume kann deshalb bereits in der Summe für . stecken; addiere dessen separate Messung nicht nochmals dazu. Mit GNU du -x kannst du die Messung auf das Dateisystem des Startpfads beschränken, lässt damit aber Inhalte anderer Dateisysteme bewusst aus. Ein kleiner Unterschied zwischen df und du kann normal sein, weil sie Dateisystem und Verzeichnisbaum betrachten. Auch eine Quota kann nach einer eigenen Panel- oder Anbieterregel berechnet werden.

Logische Dateigrösse und belegte Blöcke einordnen

Die apparent size beschreibt bei regulären Dateien die logische Länge in Bytes. Die normale du-Ausgabe schätzt dagegen den Platz, den die Dateien auf dem Dateisystem beanspruchen. Viele kleine Dateien können mehr Platz belegen, als ihre addierten Dateilängen vermuten lassen. Eine Sparse-Datei kann umgekehrt eine grosse logische Länge haben und deutlich weniger Platz belegen. GNU dokumentiert beide Fälle und kennzeichnet --apparent-size ausdrücklich als andere Messung als den Dateisystemverbrauch. Eine Anzeige in MiB oder GiB wird zudem gerundet.

Ein Symlink enthält einen Verweis auf einen anderen Pfad. Er ist nicht automatisch eine zweite Kopie der Datei oder des Weltordners, auf den er zeigt. Wenn du Links im eigenen Verzeichnisbaum auflisten musst, zeigt dieser POSIX-Befehl ihre Pfade, ohne ihnen zu folgen:

find . -type l -print

POSIX führt -type l für symbolische Links auf; du folgt Links standardmässig ebenfalls nicht. Ein verlinktes Ziel kann ausserhalb deines Serverordners liegen. Verwende deshalb keine rekursive Link-Verfolgung, um Werte ungeprüft zu addieren. The Open Group: find.

Bei widersprüchlichen Zahlen nichts vorschnell löschen

Ist die Panel-Quota hoch, aber die Ordnersumme niedrig, kontrolliere den richtigen Serverpfad und mögliche Lesefehler. Frage danach beim Anbieter, ob weitere Pfade, Sicherungen oder Dateianzahlen in die Grenze eingehen. Meldet df wenig freien Platz, obwohl dein Serverordner klein ist, kann das Dateisystem weitere Daten enthalten. Zeigt nur die apparent size einen hohen Wert, vergleiche Dateien mit Sparse-Belegung, Links und der normalen du-Ausgabe.

Bei «Permission denied» ist die Inventur unvollständig; ein niedriger Messwert ist dann kein Beleg dafür, dass Dateien fehlen oder gelöscht werden können. Nutze bei fehlendem Shell-Zugang nur die Leseansicht des Serverpanels oder einen für die Instanz freigegebenen SFTP-Zugang. Die Anleitung zum sicheren SFTP-Zugriff auf Gameserver-Dateien erklärt die Pfadprüfung. Vor einer Dateiänderung findest du den Umfang eines Minecraft-Server-Backups; wenn Sicherungen den Platzverbrauch beeinflussen, hilft die Anleitung zur Aufbewahrung von Gameserver-Backups.

Quellen